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Kapitel 4

Intelligenzquotient: künstlich

Künstliche Intelligenz gewinnt in unserem Leben zunehmend an Bedeutung – so auch in der Wirtschaftsprüfung. Welche Rolle spielt aber die Künstliche Intelligenz gegenwärtig in der Wirtschaftsprüfung und wie wird sie sich in Zukunft weiterentwickeln? Gibt es möglicherweise Gefahren, welche durch deren Einsatz entstehen können? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im kommenden Kapitel.

Scrollen Sie weiter, um mehr über künstliche Intelligenz in der Wirtschaftsprüfung zu erfahren. 

Im Zeitraffer

Am 15. Dezember 1931, mitten in der Weltwirtschaftskrise, wurde in Deutschland die „Erste Verordnung zur Durchführung der aktienrechtlichen Vorschriften der Verordnung des Reichspräsidenten über Aktienrecht, Bankenaufsicht und über die Steueramnestie“ (Reichsgesetzblatt 1931, Teil I, Seiten 760 bis 763) veröffentlicht. Dies schuf nicht nur die Pflicht zur Prüfung des Jahresabschlussberichts für Unternehmen, sondern im gleichen Atemzug auch einen neuen Berufsstand – die Wirtschaftsprüfung. Zu diesem Zeitpunkt, immerhin mehrere Jahrzehnte vor der Erfindung des elektronischen Taschenrechners, waren die Tätigkeiten, die bei der Prüfung der Jahresabschlüsse anfielen, kaum zu vergleichen mit denen, die heute von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geboten werden.

Navigieren Sie weiter, um zu erfahren, wie die Tätigkeiten von Wirtschaftsprüfenden sich im Vergleich zu damals verändert haben und wie sie zukünftig aussehen könnten.

Im Zeitraffer

Das Berufsbild der Wirtschaftsprüferin/ des Wirtschaftsprüfers unterliegt einer ständigen Veränderung.

Ziehen Sie mit der Maus den Slider nach rechts oder links, um die Inhalte der drei unterschiedlichen Zeitpunkte einzusehen.

Früher

Schon im 16. Jahrhundert bestanden Grundzüge eines externen Prüfungswesens: Bei Insolvenzfällen werden beispielsweise vereidigte Buchsachverständige eingesetzt. Diese werden von einem Gericht beauftragt. Ihre Unterlagen dienen als gerichtliches Beweismaterial und nicht als Informationen für Unternehmer.

Heute

Die Hauptaufgabe gem. § 2 WPO von Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern ist die Prüfungstätigkeit. Getrennt davon bieten sie auch Steuerberatung an und bieten Rechtsberatung in Angelegenheiten, die im direkten Zusammenhang zur Tätigkeit stehen. Zudem übernehmen sie Aufgaben als Gutachterinnen und Gutachter oder Sachverständige in den Feldern Unternehmensbewertung und -beratung.

Zukunft

Keine Angst: Der Beruf von Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern besteht auch in der Zukunft noch. Diese haben nun ein tieferes Verständnis von digitaler Technologie. Der Job einer Wirtschaftsprüferin oder eines Wirtschaftsprüfers wird durch die Digitalisierung und damit verbundene KI nicht ersetzt. Der Prüfungsschwerpunkt verschiebt sich von der reinen Prüfungstätigkeit hin zu neuen Prüfungsfeldern, wie beispielsweise die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Früher

Heute

Zukunft

Im Zeitraffer

Das Berufsbild der Wirtschaftsprüferin/ des Wirtschaftsprüfers unterliegt einer ständigen Veränderung.

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Früher

Lange und unebene Arbeitswege gehörten zum Arbeitsalltag des früheren Berufsbildes der Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, um den persönlichen Kontakt mit Mandanten zu ermöglichen. Prüfungshandlungen wurden überwiegend vor Ort durchgeführt.

Heute

Prüfungsleistungen können vollständig digital erbracht werden. Dank umfassender Digitalisierung ist der Kontakt zu den Mandanten bereits ortsunabhängig möglich. Weiterhin steht eine individuelle Betreuung des Mandanten im Mittelpunkt, weshalb auch heute die Arbeit vor Ort eine hohe Bedeutung hat. Neben den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der PKW ein gängiges Verkehrsmittel heutiger Prüferinnen und Prüfer.

Zukunft

In Zukunft könnte es möglich sein, sämtliche Prüfungsleistungen dank Smart Technology vollständig digital zu erbringen. Um eine optimale Betreuung der Mandanten zu gewährleisten, sind persönliche Kontakte weiterhin ein elementarer Bestandteil der Zusammenarbeit. Diese finden allerdings hauptsächlich digital statt, vielleicht im Metaverse, per Hologramm oder gebeamt 😉

Früher

Heute

Zukunft

Im Zeitraffer

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Früher

Die Dokumentation wurde ausschließlich auf Papier durchgeführt. Papierstapel und Aktenberge gehörten zum Alltag der früheren Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer. Bei ungenauer Arbeit konnte dies schnell unübersichtlich werden. 

Heute

Heute erfolgt die Dokumentation hauptsächlich elektronisch. Ein Notebook genügt den Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern von heute. Dokumente lassen sich unkompliziert einscannen. Es können gezielt problemgestützte Datenanalysen (wie bspw. Hypothesentests) auf diesen strukturierten Daten ausgeführt werden. Dies führt zu einer besseren und schnelleren Übersicht über die Dokumentation.

Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt Prozessschritte und gestaltet diese effizienter. Besonders bei großen Datenmengen (Big Data) kann KI einen effizienten Mehrwert bringen. Selbst unstrukturierte große Datenbestände (Data Lake) bieten durch KI eine Grundlage für die Prüfung. So können große, unsortierte Datenmengen wie Rechnungen, Lieferscheine oder Zollpapiere etc. automatisch erfasst und analysiert werden.

Früher

Heute

Zukunft

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Früher

In Deutschland kam der Vorgänger der Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer zur Organisation von Handel und Handwerk in Gilden und Zünften zum Einsatz. Wollte man einem Handwerk nachgehen, so musste man Mitglied einer Zunft sein. Potentielle Mitglieder wurden einer Art frühzeitlichen Wirtschaftsprüfung unterzogen. Ähnlich lief dies in den Gilden der Kaufleute ab. 

Heute

Gemäß der offiziellen Verlautbarung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW PS 240) beginnen Abschlussprüfer und Abschlussprüferinnen mit der Entwicklung einer Prüfungsstrategie im Rahmen der Prüfungsplanung. Dies beinhaltet u.a. die Analyse des internen Kontrollsystems des Mandanten. Anschließend verschaffen sie sich im Rahmen der eigentlichen Prüfungshandlungen u.a. einen Überblick über Belege, Konten, Berechnungs-grundlagen für die Bewertung von Verträgen und die Inventurkontrolle. Ferner werden Buchhaltung, rechtliche Rahmen-bedingungen und die wirtschaftliche Stellung des Unternehmens überprüft.

Zukunft

Künstliche Intelligenz unterstützt die Prüfungsplanung und -durchführung in der Wirtschaftsprüfung. Große, unstrukturierte Datenmengen werden so strukturiert, dass sie für Datenanalysen und analytische Prüfungshandlungen genutzt werden können. So kann der stichprobenorientierte Prüfungsansatz erweitert werden, was die Prüfungsqualität und die Prüfungssicherheit der Kunden vergrößert. Die gewonnene Zeit kann für Mandantinnen und Mandanten und weitere wichtige Aufgaben aufgewandt werden. So steigert sich die Qualität der Prüfung.

Früher

Heute

Zukunft

Im Zeitraffer

Das Berufsbild der Wirtschaftsprüferin/ des Wirtschaftsprüfers unterliegt einer ständigen Veränderung.

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Früher

Die Kommunikation fand ausschließlich über Briefe und persönliche Gespräche statt. Gab es wichtige Neuigkeiten zu verbreiten, so brauchten diese per Brief oder per persönlicher Anreise, je nach Distanz, einige Tage, um den Empfänger zu erreichen. 

Heute

Heute findet die Kommunikation von Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern mit den Kunden persönlich, virtuell oder per Telefonat statt. Besonders durch die COVID-19-Pandemie hat die virtuelle Kommunikation stark an Bedeutung gewonnen. 

Zukunft

Weniger textlastig, digital und abwechslungsreicher. So kann die Zukunft der Kommunikation in der Wirtschaftsprüfung aussehen. Die Always-On-Mentalität führt zu einer neuen Erwartungshaltung. Zugespitzt formuliert verlegt sich der “Point of Sale” auf den mobilen Bildschirm. Technologie kann jetzt auf Basis von Datenauswertungen beispielsweise den Kunden über den bisherigen Fortschritt der Prüfungshandlungen informieren.

Früher

Heute

Zukunft

Im Zeitraffer

Das Berufsbild der Wirtschaftsprüferin/ des Wirtschaftsprüfers unterliegt einer ständigen Veränderung.

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Früher

Gab es Unklarheiten im Verständnis von zentralen Begriffen, dann kamen Lexika zum Einsatz. Diese stellten das zentrale Recherchemittel dar. 

Heute

Zur Recherche über ein Unternehmen werden dessen Akten und Daten eingesehen. Weiterhin werden Unternehmen durch Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, mittels einer Liste mit benötigten Unterlagen, dazu aufgefordert, diese zur Verfügung zu stellen. Zum Austausch digitaler Daten dient das Internet.  

Zukunft

Die Blockchain-Technologie wird von einem größeren Teil der Mandantschaft eingesetzt und verändert die Prüfung. Informationen werden hier unveränderbar erfasst und es müssen andere Prüfungsschwerpunkte gesetzt werden. Der Beruf bringt eine gewisse Neugierde mit sich und so erweitern neue, digitale Geschäftsmodelle den Prüfbereich. Außerdem kann der Zugriff auf Mandantendaten durch Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer fast in Echtzeit erfolgen. Diese können laufend analysiert werden (real-time auditing). Zur Unterstützung von Analysen kommt KI zum Einsatz.

Früher

Heute

Zukunft

KI am Arbeitsplatz

Künstliche Intelligenz (KI) in der Wirtschaftsprüfung kommt insbesondere bei Data Analytics Anwendungen zum Einsatz. So wird beispielweise die „Anomaly Detection” (Anwendungsfall-Auffälligkeits-Erkennung) genutzt, um Auffälligkeiten zu erkennen. Die dahinter verwendete KI kann durch unüberwachtes Lernen („unsupervised learning“) auffällige Datensätze identifizieren.

BDO, in Kooperation mit Strategion GmbH, konzipierte den Prototyp „AIsolate”. Dieser stellt ein KI-basiertes Assistenzsystems zur Anomalieerkennung dar.

KI dient auch zur Unterstützung der Wirtschaftsprüfenden hinsichtlich beispielsweise des Kontenmappings und des Journal Entry Testings, um eine qualitativ hochwertige Prüfungsleistung zu gewährleisten.

Neben den Prüfungssparten kann KI auch in den Consultingsparten eingesetzt werden. Dort gibt KI zuverlässige Handlungsempfehlungen, wie sich Unternehmen verbessern und weiterentwickeln können.

KI am Arbeitsplatz

Überprüfen Sie Ihr Wissen zur künstlichen Intelligenz und wie diese in der Wirtschaftsprüfung eingesetzt wird.

Ziehen Sie die Textfelder mit der Maus in die passende Lücke.

Success Story

“Digitales Kompetenzzentrum erzielt Durchbruch bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaftsprüfung”

Klicken Sie auf den Button „Zur Success-Story“, um zum Zeitungsbericht zu gelangen.

Success Story

Lesen Sie sich den Zeitungsartikel zu BDO Advantage durch. Sind Ihnen die wesentlichen Aussagen im Interview mit BDO erkenntlich?

Markieren Sie die wichtigsten Inhalte, indem Sie mit gedrückter Maustaste darüber fahren. Klicken Sie auf bestehende Markierungen, um sie zu löschen.​

Klicken Sie anschließend auf “Überprüfen”, um die Auflösung einzusehen.

Vertrauen ist gut, …

Es ist häufig schwer nachzuvollziehen, wie KI zu ihren Ergebnissen kommt. Daraus können viele Ängste entstehen.

Wem ein Algorithmus wie schwarze Magie vorkommt, der stellt sich vielleicht anderes „Hexenwerk“ vor, zu dem KI möglicherweise im Stande ist. Uns Menschen fällt es einfacher, Technologien zu vertrauen, deren Funktionsweise wir nachvollziehen können.

Scrollen Sie weiter, um zu lernen, was KI vertrauenswürdig macht.

… Kontrolle ist besser.

Fahren Sie mit der Maus über die Kacheln, um zu erfahren, was Vertrauenswürdigkeit in der künstlichen Intelligenz ausmacht – und was nicht!

Mensch und Maschine – (k)ein perfektes Team

Ihre Meinung zählt: Im Rahmen des vorherigen Moduls haben Sie sich mit der Vertrauenswürdigkeit der künstlichen Intelligenz beschäftigt. Aber wie stehen Sie nun zu konkreten Anliegen in Bezug auf künstliche Intelligenz und neue Technologien in der Wirtschaftsprüfung?

Tauchen Sie ein in ein fiktives Gespräch mit unserem Chatbot Will-E, welcher die Rolle der künstlichen Intelligenz in der Wirtschaftsprüfung einnimmt,  und stellen Sie ihm Fragen.

Scrollen Sie weiter, um sich in einem fiktiven Gespräch mit Will-E Ihre Meinung zu bilden.

Mensch und Maschine – (k)ein perfektes Team

Sie haben soeben den (fiktiven) Roboter Will-E über den Firmen Chat angeschrieben. Er kann sich mit Ihnen über verschiedene Themen austauschen und Ihnen helfen, die künstliche Intelligenz besser zu verstehen.

Antworten Sie Will-E, indem Sie auf „Ich habe einige Fragen für dich!“ klicken. Wählen Sie während des Gespräches Antwort-Alternativen durch Klicken aus.

Wie wird es weitergehen?

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in der Lage, Musik zu schreiben, beinahe lebensechte menschliche Gesichtszüge zu simulieren und schier unendlich scheinende Datenmengen zu durchsuchen. In der Wirtschaftsprüfung werden Menschen bei ihren täglichen Aufgaben von künstlicher Intelligenz begleitet und unterstützt. All das war bis vor kurzem nur im Rahmen von Science Fiction denkbar. Wenn wir nun überlegen, dass alles, was wir heute noch für Fantasien halten, morgen bereits Realität sein könnte – wie kann dann die Zukunft der neuen Technologien in der Wirtschaftsprüfung aussehen?

Navigieren Sie weiter, um das Modul zu beenden.

Vertrauen in die Zukunft

Noch ist unsicher, wie genau die Zukunft aussieht. Doch eins ist sicher: Sie ist nicht mehr weit entfernt. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird das Gesicht der Unternehmenswelt prägen. Auch in der Wirtschaftsprüfung werden die neuen Technologien für große Veränderungen sorgen.

Durch einen hohen Automatisierungsgrad und selbstständige Lernfähigkeit sind KI-Lösungen in der Wirtschaftsprüfung in einem breiten Feld einsetzbar. Aktuell agieren sie noch als Tools zur Prüfungsunterstützung und werden auf absehbare Zeit weiterhin als Assistenzsystem eingesetzt werden.

Aber das Potenzial der Technologie ist groß und KI wird weitere Qualitäts- und Effizienzsteigerungen in der Prüfung ermöglichen. Zentraler Erfolgsfaktor ist die Akzeptanz der Anwender der Technologie gegenüber. Ist diese nicht gegeben, werden die KI-Lösungen nicht in dem Maße angewandt, indem es möglich wäre.

Vorsicht, aber vor allem Vorfreude – die Zukunft moderner Technologien in der Arbeitsweit wird interessant. Lassen Sie uns ihr gemeinsam gespannt entgegenschauen!

Lesen Sie in den anderen Modulen weiter.

Modul: BDO innovativ

Modul: Die Wirtschaftsprüfung von morgen

Modul: VUCA & Agiles Projektmanagement

Modul: Pandemien als globale Herausforderung

Modul: Informationssicherheit und Datenschutz

Modul: Eine Frage der Ethik

Modul: Corporate Social Responsibility